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Okzipitallappen

Der Okzipitallappen (auch: Hinterhauptslappen, lat. Lobus occipitalis) ist der hinterste Teil der Großhirnrinde und vor allem für die Verarbeitung visueller Reize zuständig. Er ist damit das Zentrum des Sehens im menschlichen Gehirn.

Lage und Begrenzung:

  • Liegt posterior (hinten) im Gehirn, unter dem Schädeldach des Hinterkopfs
  • Grenzt an den Parietallappen (Scheitellappen) und Temporallappen (Schläfenlappen)
  • Nach unten durch das Kleinhirn abgegrenzt

Funktion:

  • Primärer visueller Kortex (V1, Area striata): verarbeitet erste visuelle Signale wie Helligkeit, Form, Kontrast
  • Sekundärer visueller Kortex (V2–V5): interpretiert Farben, Bewegung, Tiefe, Gesichter
  • Informationen gelangen über den Sehnerv → Chiasma opticum → Sehstrahlung in den Okzipitallappen

Störungen bei Schädigung:

  • Corticale Blindheit: Sehen objektiv unmöglich trotz intakter Augen
  • Gesichtsfeldausfälle (z. B. Hemianopsie)
  • Visuelle Halluzinationen
  • Erkennungsstörungen (z. B. Farben, Objekte, Gesichter → Agnosien)

Pflegeaspekte bei Okzipitallappen-Schädigung:

  • Gesichtsfeld prüfen, z. B. bei Schlaganfall
  • Anpassung der Umgebung bei eingeschränktem Sehen
  • Kommunikation klar und unterstützend gestalten (z. B. verbal beschreiben, was geschieht)
  • Förderung der Orientierung durch Kontraste und gute Beleuchtung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ergo- oder Sehtherapie
Typ des Begriffes: definition
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