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Frontalkortex

(auch Frontallappen oder Stirnlappen) ist der vordere Teil der Großhirnrinde und spielt eine zentrale Rolle bei komplexen geistigen Funktionen wie Planung, Entscheidung, Aufmerksamkeit, Sozialverhalten und motorischer Steuerung. Er gehört zum Frontallappen des Gehirns und ist stark mit anderen Hirnarealen vernetzt. Der Frontalkortex gilt als Sitz der Persönlichkeit und des sogenannten „höheren Denkens“.

Funktionelle Bereiche des Frontalkortex:

  1. Primär motorischer Kortex (Gyrus praecentralis):
    • Steuert willkürliche Muskelbewegungen.
    • Körperregionen sind hier somatotopisch (nach Körperabschnitten geordnet) repräsentiert.
  2. Prämotorischer Kortex & supplementär-motorisches Areal:
    • Planung und Koordination von Bewegungen.
    • Beteiligung an erlernten Bewegungsabläufen.
  3. Präfrontaler Kortex:
    • Höhere kognitive Funktionen wie:
      • Planung, Problemlösung
      • Arbeitsgedächtnis
      • Impulskontrolle
      • Sozialverhalten und Persönlichkeit
  4. Broca-Areal (im linken Frontallappen):
    • Zuständig für Sprachproduktion.
    • Schäden führen zur Broca-Aphasie (verlangsamte, stockende Sprache).

Störungen & Erkrankungen:

  1. Frontale Hirnschädigungen (z. B. durch Unfall, Tumor, Schlaganfall):
    • Veränderungen in Persönlichkeit, Antrieb, Impulskontrolle und Verhalten.
  2. Demenzielle Erkrankungen (z. B. frontotemporale Demenz):
    • Frühe Störung des Sozialverhaltens, Enthemmung, emotionale Abstumpfung.
  3. Schizophrenie & Depression:
    • Veränderungen im präfrontalen Kortex sind häufig beteiligt.
  4. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung):
    • Funktionseinschränkungen im präfrontalen Bereich beeinträchtigen Aufmerksamkeit und Impulskontrolle.

Diagnostik:

  • Neuropsychologische Tests: Zur Beurteilung von Gedächtnis, Planung und Aufmerksamkeit.
  • Bildgebung: MRT, CT oder PET-Scans zeigen strukturelle oder funktionelle Auffälligkeiten.
  • Verhaltensbeobachtung: Einschätzung von Sozialverhalten und Impulskontrolle.

Bedeutung in der Pflege & Therapie:

  • Verhaltensänderungen verstehen und begleiten
  • Strukturierte Tagesabläufe zur Unterstützung bei Planungsschwächen
  • Geduld und Anleitung bei Konzentrations- oder Impulskontrollproblemen
  • Einbezug von Angehörigen bei Persönlichkeitsveränderungen
Typ des Begriffes: definition
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