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Mesencephalon

Das Mesencephalon (deutsch: Mittelhirn) ist ein Abschnitt des Hirnstamms und liegt zwischen dem Diencephalon (Zwischenhirn) und der Brücke (Pons). Es spielt eine zentrale Rolle bei der Augenbewegung, der Koordination von Bewegungen, der Verarbeitung von Reizen sowie bei Reflexen und Wachheit.

Anatomische Gliederung:

  1. Tectum (Dach)
    • Enthält die Colliculi superiores (optische Reflexe, visuelle Reize)
    • Und die Colliculi inferiores (akustische Reize, Hörbahn)
  2. Tegmentum (Haube)
    • Sitz wichtiger Hirnnervenkerne (z. B. N. oculomotorius [III], N. trochlearis [IV])
    • Formatio reticularis (Wachheits- und Aktivitätsregulation)
    • Nucleus ruber (Bewegungskoordination)
  3. Crura cerebri (Großhirnschenkel)
    • Enthalten absteigende motorische Bahnen (z. B. Pyramidenbahn)
  4. Substantia nigra
    • Produziert Dopamin
    • Wichtig für die Steuerung von Bewegung
    • Eng mit dem Basalgangliensystem verknüpft
    • Degeneration → Morbus Parkinson

Funktionen:

  • Motorische Kontrolle (v. a. unbewusste Bewegungsabläufe)
  • Augenbewegungen und Pupillenreaktionen
  • Verarbeitung visueller und akustischer Reize
  • Schmerzhemmung (über periaquäduktales Grau)
  • Wachheitsregulation

Klinische Bedeutung:

  • Schädigungen im Mesencephalon (z. B. durch Schlaganfall, Tumor oder Schädel-Hirn-Trauma) können zu:
    • Augenbewegungsstörungen
    • Doppelbildern
    • Bewusstseinsstörungen bis Koma
    • Parkinson-Symptomen (bei Schädigung der Substantia nigra) führen
  • Mesencephale Syndrome: z. B. Benedikt-Syndrom, Weber-Syndrom (kombinierte Ausfälle)
Typ des Begriffes: definition
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