Myoklonien
Myoklonien sind plötzliche, unwillkürliche Muskelzuckungen, die meist nur kurz andauern. Sie können einzelne Muskeln oder ganze Muskelgruppen betreffen und treten bei gesunden Menschen ebenso auf wie im Rahmen neurologischer Erkrankungen.
Ursprung:
Myoklonien können ihren Ursprung haben:
- im Zentralnervensystem (kortikal, subkortikal, spinal, Hirnstamm)
- oder im peripheren Nervensystem (selten)
Arten von Myoklonien:
- Physiologisch: z. B. Einschlafzuckungen (Schlafmyoklonien)
- Essentiell: ohne erkennbare Ursache, gutartig
- Epileptisch: im Rahmen einer Epilepsie (z. B. juvenile myoklonische Epilepsie)
- Symptomatisch / sekundär: bei Grunderkrankung wie
- Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- Morbus Alzheimer oder Parkinson
- Stoffwechselstörungen
- medikamentös oder toxisch bedingt
Typische Merkmale:
- Plötzlicher, stoßartiger Bewegungsimpuls
- Kann fokal, segmental oder generalisiert auftreten
- Häufig asymmetrisch
- Tritt meist ohne Vorwarnung auf
- Kann durch Reize (Licht, Geräusche, Berührung) ausgelöst werden
Diagnostik:
- Anamnese & Beobachtung der Zuckungen
- EEG (bei Verdacht auf epileptische Myoklonien)
- MRT zur Ausschlussdiagnostik
- Blutuntersuchungen bei Stoffwechselstörungen
- EMG zur Messung der Muskelaktivität
Therapie:
- Nicht notwendig bei harmlosen Einschlafzuckungen
- Medikamentös bei pathologischen Myoklonien (z. B. Valproat, Levetiracetam, Clonazepam)
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Epilepsie, Lebererkrankung)
- Reizvermeidung bei reflexauslösenden Formen
Pflegeaspekte:
- Beobachtung und Dokumentation von Häufigkeit, Auslösern und Lokalisation
- Sicherheit gewährleisten (Sturzgefahr bei generalisierten Zuckungen)
- Medikamentengabe überwachen
- Angehörigenaufklärung bei Epilepsie oder neurodegenerativen Erkrankungen
- Einfühlsamer Umgang bei psychosozialer Belastung