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Hemiplegie

ist eine vollständige Lähmung einer Körperhälfte, die durch eine Schädigung der motorischen Nervenbahnen im Gehirn oder Rückenmark verursacht wird, bei der Muskelfunktionen auf einer Seite – also Arm, Bein und oft auch Gesicht – vollständig ausfallen. Da sich diese Bahnen kreuzen, tritt die Lähmung kontralateral, also auf der gegenüberliegenden Körperseite zur Hirnläsion auf.

Ursachen:

  • Schlaganfall (häufigste Ursache)
  • Hirnblutung oder -infarkt
  • Schweres Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirntumore
  • Zerebralparese (z. B. infantile Hemiplegie bei Frühschäden)
  • Multiple Sklerose oder andere entzündliche Erkrankungen

Symptome:

  • Vollständiger Kraftverlust einer Körperhälfte (Arm, Bein, ggf. Gesicht)
  • Spastik (erhöhte Muskelspannung) im späteren Verlauf
  • Reflexveränderungen (z. B. gesteigerte Muskeleigenreflexe)
  • Bewegungsunfähigkeit und fehlende Feinmotorik
  • Schluck- und Sprachstörungen bei Mitbeteiligung des Sprachzentrums
  • Sensibilitätsstörungen, ggf. verbunden mit Schmerzen
  • Verlust der Mimik auf einer Gesichtshälfte

Therapie:

  1. Akutversorgung:
    • z. B. Stroke Unit bei Schlaganfall, Blutdruckkontrolle, medikamentöse Therapie
  2. Rehabilitation:
    • Physiotherapie zur Bewegungsförderung und Spastikhemmung
    • Ergotherapie zur Wiedererlangung von Alltagsfähigkeiten
    • Logopädie bei Sprech- oder Schluckstörungen
  3. Hilfsmittel & Mobilität:
    • Rollstuhl, Orthesen, Greifhilfen, spezielle Lagerungssysteme
  4. Psychosoziale Unterstützung:
    • Umgang mit Verlust der Selbstständigkeit, Förderung der Teilhabe

Pflegeaspekte:

  • Kontrakturprophylaxe durch regelmäßige Lagerung und Bewegung
  • Dekubitusprophylaxe bei Immobilität
  • Anleitung zur Selbstpflege, z. B. einhändiges Ankleiden
  • Mobilisation unter Anleitung der Physio- und Ergotherapie
  • Beobachtung neurologischer Veränderungen
Typ des Begriffes: definition
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