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Hirnläsion

(lateinisch laesio = Verletzung) beschreibt strukturelle Veränderungen oder Verletzungen im Gehirn, die durch innere oder äußere Einflüsse entstehen. Sie können einzelne Hirnareale oder mehrere Bereiche betreffen und Funktionen wie Bewegung, Sprache, Denken oder Bewusstsein beeinträchtigen.

Ursachen:

  1. Traumatisch:
  2. Vaskulär:
    • Hirninfarkt (Schlaganfall), Hirnblutung, Gefäßmissbildungen
  3. Entzündlich oder infektiös:
    • Enzephalitis, Multiple Sklerose, neurodegenerative Erkrankungen
  4. Tumorös:
    • Primäre Hirntumoren (z. B. Gliome), Hirnmetastasen
  5. Toxisch/metabolisch:
    • Alkoholmissbrauch, Drogen, Sauerstoffmangel, Hypoglykämie
  6. Kongenital:
    • Hirnfehlbildungen, perinatale Schädigungen

Symptome (abhängig von Ort und Größe):

  • Lähmungen oder Bewegungsstörungen
  • Sprach- oder Schluckstörungen
  • Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle
  • Gedächtnis-, Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsprobleme
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen oder Koma

Diagnostik:

  • Bildgebung:
    • CT: Besonders bei akuten Blutungen oder Verletzungen
    • MRT: Höhere Auflösung bei entzündlichen, ischämischen oder tumorösen Läsionen
  • Neurologische Untersuchung:
    • Überprüfung von Reflexen, Muskelkraft, Koordination, Sprache und Orientierung
  • EEG: Bei Verdacht auf epileptische Aktivität
  • Laborwerte: z. B. bei Infekten oder Stoffwechselentgleisungen

Therapie:

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Läsion:

  • Medikamentös: z. B. Antikonvulsiva, Kortikosteroide, Antibiotika, Thrombolytika
  • Chirurgisch: z. B. Entfernung von Tumoren oder Blutungen
  • Rehabilitation: gezielte Physio-, Ergo- und Sprachtherapie
  • Pflege und Überwachung bei neurologischen Ausfällen oder Bewusstseinsstörungen

Pflegeaspekte:

  • Beobachtung neurologischer Funktionen (z. B. Pupillenreaktion, Bewusstsein, Beweglichkeit)
  • Lagerung und Mobilisation zur Dekubitus- und Pneumonieprophylaxe
  • Unterstützung bei Alltagsaktivitäten bei kognitiven oder motorischen Einschränkungen
  • Emotionale Begleitung und Kommunikation mit Angehörigen
  • Früherkennung von Komplikationen (z. B. epileptische Anfälle, Hirndruckzeichen)

Prognose:

  • Abhängig von Lokalisation, Ausmaß und Ursache der Läsion
  • Leichte Läsionen können folgenlos ausheilen
  • Schwere Läsionen können bleibende Einschränkungen oder Behinderungen hinterlassen
  • Frühe Rehabilitation verbessert die Genesungschancen deutlich

 

Typ des Begriffes: definition
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