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Hirndruckmessung

(medizinisch: intrakranielle Druckmessung, kurz ICP-Messung) dient der Überwachung des Drucks innerhalb des Schädels. Normalwerte liegen bei Erwachsenen bei etwa 5–15 mmHg. Werte über 20 mmHg gelten als kritisch und erfordern meist sofortige Maßnahmen.

Ziel der Hirndruckmessung:

  • Frühzeitige Erkennung eines erhöhten Hirndrucks
  • Vermeidung von Hirnschäden durch rechtzeitige Therapie
  • Unterstützung bei der Behandlungssteuerung auf Intensivstationen

Indikationen (wann wird sie durchgeführt?):

  • Schweres Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirnblutungen oder Schlaganfälle
  • Hirnödeme (z. B. nach Infektionen oder Operationen)
  • Hydrozephalus (Wasserkopf)
  • Hirntumoren
  • Zustände mit Bewusstseinsstörungen unbekannter Ursache

Methoden der Hirndruckmessung:

  1. Intraventrikuläre Sonde (häufigste und genaueste Methode):
    • Messsonde wird in die Hirnkammern eingeführt.
    • Ermöglicht gleichzeitig Druckmessung und Ableitung von Liquor (Liquordrainage).
  2. Parenchymale Sonde:
    • Messfühler wird direkt ins Hirngewebe eingeführt.
    • Genaue Werte, aber keine Ableitung von Liquor möglich.
  3. Subdurale / epidurale Messung:
    • Messfühler wird zwischen Schädel und Hirnhaut platziert.
    • Weniger invasiv, aber ungenauer.
  4. Nicht-invasive Verfahren (seltener):
    • z. B. Messung des Sehnervdurchmessers per Ultraschall.
    • Nur orientierende Aussagen möglich, keine genaue Messung.

Normwerte & Interpretation:

  • Normal: 5–15 mmHg
  • Leicht erhöht: 15–20 mmHg
  • Kritisch: > 20 mmHg
  • Lebensbedrohlich: > 40 mmHg → Gefahr der Hirnquetschung (Herniation)

Therapie bei erhöhtem Hirndruck (ICP):

  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper (30°)
  • Osmotherapie (z. B. Mannitol, hypertones NaCl)
  • Sedierung und ggf. künstliches Koma
  • Hyperventilation zur kurzfristigen Drucksenkung
  • Liquordrainage
  • Operative Maßnahmen (z. B. Dekompressionskraniotomie)

Pflegeaspekte:

  • Engmaschige Überwachung von Bewusstsein, Pupillenreaktion, Vitalzeichen
  • Druckentlastende Lagerung
  • Kopf ruhig lagern, nicht drehen oder überstrecken
  • Flüssigkeitsbilanzierung und Monitoring
  • Infektionsprophylaxe, besonders bei invasiven Messsystemen
  • Kommunikation mit Ärzten bei Anzeichen von Druckanstieg (z. B. Unruhe, Bradykardie, Erbrechen)
Typ des Begriffes: definition
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