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Limbisches System

Das limbische System ist ein Teil des Gehirns, der uns hilft, Gefühle zu empfinden, Erinnerungen zu speichern und unser Verhalten zu steuern – z. B. wie wir auf Freude, Angst oder Stress reagieren. Es ist außerdem an Trieben wie Hunger, Durst oder Sexualität beteiligt. Früher dachte man, das limbische System allein sei für Emotionen zuständig. Heute weiß man: Viele Bereiche des Gehirns arbeiten dabei zusammen. Das limbische System ist aber ein wichtiger Teil davon. Es hilft auch dabei, Glückshormone wie Endorphine freizusetzen – zum Beispiel bei schönen Erlebnissen oder beim Sport.

Anatomische Gliederung:

Kortikaler Anteil (Lobus limbicus):

  • Hippocampus – Gedächtnisbildung (v. a. Langzeitgedächtnis)
  • Gyrus cinguli – Schmerzwahrnehmung, Aufmerksamkeit, Emotionsverarbeitung
  • Gyrus parahippocampalis & Area entorhinalis – Verbindung zum Hippocampus
  • Orbitofrontaler Kortex – Geruch, Belohnung, Entscheidungsverhalten
  • Inselrinde (Insula) – Motivation, Suchtverhalten
  • Gyrus subcallosus – Beteiligung an Depressionen

Subkortikaler Anteil:

  • Amygdala (Corpus amygdaloideum) – Angst, Furcht, emotionale Bewertung
  • Hypothalamus – vegetative Steuerung, Sexualverhalten, Hunger, Durst
  • Bulbus olfactorius – Geruchssinn, eng mit Emotionen verknüpft
  • Thalamus (anterior & dorsomedial) – sensorische Integration
  • Septumkerne – emotionale und vegetative Regulation

Verbindungssystem: Papez-Kreis

Ein neuronales Kreislaufsystem für die Integration von Gedächtnis und Emotion:
Hippocampus → Fornix → Mamillarkörper → Thalamus → Gyrus cinguli → Area entorhinalis → zurück zum Hippocampus

Funktionen des limbischen Systems:

  • Emotionale Verarbeitung (Freude, Wut, Angst, Trauer)
  • Gedächtnisbildung und -abruf (v. a. im Hippocampus)
  • Triebe und Instinkte (z. B. Sexualität, mütterliches Verhalten)
  • Motivation und Antrieb
  • Vegetative Regulation (Hunger, Sättigung, Kreislauf, Hormone)

Klinische Relevanz:

  • Läsion der Amygdala → emotionale Abstumpfung, Angstverlust
  • Hippocampusschädenanterograde Amnesie (neue Erinnerungen nicht speicherbar)
  • Störungen im limbischen System → Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen
  • Dopaminantagonisten → können Symptome z. B. bei Schizophrenie lindern, aber Nebenwirkungen verursachen

Pflege- und Beobachtungsschwerpunkte:

  • Emotionale Veränderungen erkennen (z. B. Ängste, Unruhe, Stimmungsumschwung)
  • Gedächtnisbeeinträchtigungen dokumentieren (z. B. bei Demenz oder nach Hirnverletzung)
  • Einfühlsame Kommunikation bei neurologisch veränderten Patient:innen
  • Förderung von Orientierung und Erinnerungsfähigkeit
Typ des Begriffes: definition
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