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Liquor cerebrospinalis

Der Liquor cerebrospinalis (auch: Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit oder kurz Liquor) ist eine klare, farblose Körperflüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt. Sie schützt das zentrale Nervensystem vor Erschütterungen und spielt eine wichtige Rolle im Nährstoffaustausch und der Homöostase des zentralen Nervensystems.

Bildung und Kreislauf:

  • Gebildet in den Plexus choroidei der Gehirnventrikel (vor allem Seitenventrikel)
  • Tägliche Produktion: ca. 500 ml, Gesamtvolumen: ca. 150 ml
  • Zirkuliert durch die Ventrikel → über die Aquaeductus mesencephali in den Subarachnoidalraum
  • Resorption in den arachnoidalen Zotten (Pacchioni-Granulationen) ins venöse Blut

Funktionen:

  • Mechanischer Schutz (Stoßdämpfer) für Gehirn und Rückenmark
  • Nährstoffversorgung und Abtransport von Abfallstoffen
  • Aufrechterhaltung des intrakraniellen Drucks
  • Immunologische Überwachung durch zirkulierende Abwehrzellen

Diagnostik: Liquorpunktion:

Eine Liquorpunktion (meist lumbal) ermöglicht die Gewinnung von Liquor zur Analyse – z. B. bei Verdacht auf:

  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Multiple Sklerose
  • Subarachnoidalblutung
  • Tumoren oder entzündliche Erkrankungen des ZNS

Untersuchungskriterien:

  • Aussehen (klar, trüb, blutig?)
  • Zellzahl, Eiweiß- und Glukosegehalt, Mikrobiologie, Oligoklonale Banden

Klinische Relevanz:

  • Hydrocephalus: Liquorstörung mit gestörtem Abfluss → Druck auf Gehirn
  • Liquorunterdruck-Syndrom: nach Punktion → Kopfschmerzen
  • Meningitis / Enzephalitis: Infektiöse oder autoimmune Entzündungen
  • Blutbeimengung: Hinweis auf Blutung (z. B. SAB)
Typ des Begriffes: definition
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