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Intrakranielle Blutung

bezeichnet eine Blutung innerhalb des Schädels, unabhängig davon, ob sie im Gehirn selbst oder zwischen Gehirn und Schädelknochen auftritt. Sie ist immer ein medizinischer Notfall, da sie durch Druckanstieg im Schädel (Hirndruck) das Gehirn schädigen kann. Ursachen sind meist Trauma, Bluthochdruck oder Gefäßveränderungen.

Formen der intrakraniellen Blutung:

  1. Intrazerebrale Blutung (ICB):
    • Blutung im Hirngewebe selbst
    • Häufig bei Bluthochdruck, Gefäßmissbildungen
  2. Subarachnoidalblutung (SAB):
    • Blutung zwischen Gehirn und Spinnwebhaut
    • Meist durch geplatzte Aneurysmen
    • Typisch: plötzlicher, sehr starker „Vernichtungskopfschmerz“
  3. Subdurales Hämatom:
    • Blutung zwischen harter Hirnhaut (Dura) und Gehirn
    • Akut (nach Trauma) oder chronisch (z. B. bei älteren Menschen)
  4. Epidurales Hämatom:
    • Blutung zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut
    • Meist nach Schädelbruch, oft mit „freier Intervall“-Phase

Ursachen:

  • Schädel-Hirn-Trauma (Unfall, Sturz)
  • Bluthochdruckkrisen
  • Gefäßmissbildungen (Aneurysmen, AV-Malformationen)
  • Gerinnungsstörungen (medikamentös oder krankheitsbedingt)
  • Tumore oder Gefäßentzündungen
  • Drogenkonsum (z. B. Kokain)

Symptome (je nach Blutungsart und -ort):

  • Plötzliche, starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen bis Koma
  • Krampfanfälle
  • Halbseitige Lähmung, Sprachstörungen
  • Verwirrtheit, Sehstörungen
  • Pupillenveränderungen, Atem- oder Kreislaufstörungen

Diagnostik:

  • CCT (kraniale Computertomografie): Standard zur raschen Blutungsdarstellung
  • MRT (insbesondere bei chronischen oder kleinen Blutungen)
  • Liquorpunktion (bei Verdacht auf SAB, wenn CT unauffällig)
  • Angiografie (zur Suche nach Aneurysmen oder Missbildungen)
  • Laborkontrollen (Gerinnung, Entzündungswerte)

Therapie:

Akutmaßnahmen:

  • Intensivmedizinische Überwachung
  • Hirndrucksenkung (Lagerung, Osmotherapie, ggf. Beatmung)
  • Blutdruckkontrolle
  • Reversierung von Gerinnungshemmung
  • Krampfanfallprophylaxe

Chirurgisch:

  • Hämatomevakuation (z. B. bei Subdural- oder Epiduralhämatom)
  • Dekompressive Kraniotomie bei Hirndruckkrise
  • Clipping/Coiling bei rupturierten Aneurysmen (SAB)

Pflegeaspekte:

  • Neurologische Überwachung (Bewusstsein, Pupillen, Motorik)
  • Vitalzeichenkontrolle inkl. Blutdruck und Atmung
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
  • Flüssigkeits- und Bilanzkontrolle
  • Begleitung bei Angst, Verwirrtheit oder Unruhe
  • Frührehabilitation bei stabilen Patient:innen
Typ des Begriffes: definition
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