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Hirnkontusion

(deutsch: Hirnprellung) ist eine Verletzung des Gehirngewebes, die durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den Schädel entsteht – häufig bei Unfällen. Dabei kommt es zu kleinen Blutungen und Gewebeschäden im Gehirn, die neurologische Symptome verursachen können. Eine Hirnkontusion ist eine Form des Schädel-Hirn-Traumas (SHT) und kann je nach Schweregrad leichte bis lebensbedrohliche Auswirkungen haben.

Ursachen:

  • Verkehrsunfälle
  • Stürze (v. a. bei älteren Menschen)
  • Gewalteinwirkungen (z. B. Schläge)
  • Sportunfälle
  • Schädelprellungen ohne offene Wunden

Symptome:

Die Symptome hängen vom Ort und Ausmaß der Kontusion ab:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindel, Bewusstseinsstörungen
  • Verwirrtheit, Erinnerungslücken (Amnesie)
  • Lähmungen oder Gefühlsstörungen
  • Sprach- oder Sehstörungen
  • Krampfanfälle
  • In schweren Fällen: Bewusstlosigkeit, Koma

Diagnostik:

  • CT (Computertomografie): Methode der Wahl zur Darstellung von Einblutungen und Schwellungen
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Empfindlicher bei kleinen oder älteren Läsionen
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung von Bewusstsein, Reflexen, Pupillenreaktion, Motorik
  • Überwachung mit GCS (Glasgow Coma Scale): Einschätzung der Bewusstseinslage

Therapie:

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung:

  1. Leichte Hirnkontusion:
    • Klinische Überwachung (z. B. auf der Überwachungsstation)
    • Schmerztherapie, körperliche Schonung
    • Vermeidung erneuter Kopftraumata
  2. Schwere Hirnkontusion:
    • Intensivmedizinische Betreuung
    • Hirndrucküberwachung
    • Osmotherapie (z. B. Mannitol bei Hirnödem)
    • Antikonvulsiva bei Krampfanfällen
    • In Einzelfällen: Neurochirurgische Entlastung bei Blutungen oder Ödemen

Pflegeaspekte:

  • Engmaschige Überwachung von Bewusstsein, Pupillenreaktion, Vitalzeichen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper zur Hirndrucksenkung
  • Reizabschirmung bei Unruhe oder Kopfschmerzen
  • Frühe Mobilisation bei stabilen Patienten
  • Psychische Begleitung bei kognitiven oder emotionalen Veränderungen
  • Angehörigenkommunikation und Aufklärung über Verlauf und Prognose

Verlauf & Prognose:

  • Milde Fälle heilen oft folgenlos aus.
  • Bei mittelschweren bis schweren Kontusionen können bleibende neurologische Einschränkungen auftreten (z. B. Konzentrationsstörungen, Lähmungen).
  • In sehr schweren Fällen besteht Lebensgefahr durch Hirndrucksteigerung oder Blutungen.

 

Typ des Begriffes: definition
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