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Trachealkompressen: Arten & korrekte Anwendung | ZBI Gruppe

  • Erstellt von Sebastian Kruschwitz
  • Fachwissen außerklinische Beatmung und Intensivpflege

Ein essentieller Bestandteil für die korrekte Tracheostomapflege ist die korrekte Anwendung von Trachealkompressen. Aufgrund der Vielzahl der Angebote möchten wir uns heute einmal näher mit dieser Thematik befassen.

Trachealkompressen: Arten, Funktion und Anwendung

Trachelkompressen werden im Rahmen der Versorgung von Patienten mit einem Tracheostoma eingesetzt. Die Kompressen dienen dazu, abgesondertes Trachealsekret aufzunehmen und den Bereich zwischen Hals und Trachealkanüle abzupolstern. Auf diese Weise können Entzündungen, Irritationen und Druckstellen rund um das Kanülenschild vorbeugt werden.

Inhaltsverzeichnis

 

Arten von Trachealkompressen und deren Funktionsweise

Wie in den meisten Lebenslagen üblich, gibt es auch bei den Trachealkompressen ein breites Angebot für den Benutzer. Gemeinsam haben alle Arten von Tracheostoma-Kompressen, dass sie nicht fusseln und auch feucht formstabil bleiben. Ebenso verfügen alle Kompressen über eine Öffnung in der Mitte (für die Trachealkanüle). Trachealkompressen gibt es sowohl geschlitzt als auch ungeschlitzt. Eine geschlitzte Kompresse bietet den Vorteil, Kompressenwechsel zu ermöglichen, ohne dass die Kanüle dafür entfernt werden muss. Eine spezielle Zip-Schlitzung soll das Herunterrutschen der Kompresse verhindern – dies ist insbesondere bei mobilen Patienten wichtig.

Ein Überblick über Trachealkompressen und ihre Eigenschaften:

  • Trachealkompressen mit Aluminiumbedampfung: Die silbergraue Seite wird hautseitig aufgelegt. Durch die Aluminiumbedampfung verklebt die Kompresse nicht mit Blut und Sekret. Diese Kompresse kann allerdings nur sehr wenig parastomales Sekret aufnehmen.
  • Einlagige Kompressen: Sie sind dünn und tragen wenig auf. Allerdings polstern sie auch nicht so gut und können ebenfalls nicht so viel Sekret aufnehmen.
  • Kompressen aus Polyurethanschaum: Sie sind in der Lage, viel Sekret aufzunehmen, und haben sehr gute polsternde Eigenschaften.
  • Zweilagige und dreilagige Kompressen: Sie nehmen deutlich mehr Sekret auf und transportieren es in das Kompresseninnere. Teilweise ist die obere Schicht wasserundurchlässig. So kann die Kompresse nicht durchweichen und die darüber getragene Kleidung ist geschützt.

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Korrekte Anwendung von Trachealkompressen und wichtige Hinweise

Damit die Funktion der Trachealkompressen nicht beeinträchtigt ist, ist eine korrekte Anwendung erforderlich. Beachten Sie beim Umgang mit Tracheostoma-Kompressen daher unbedingt folgende Punkte:

  • Niemals aus 10 × 10 cm Mullkompressen durch Einschneiden versuchen, eine Trachealkompresse herzustellen! Einzelne Mullfäden könnten sich lösen und in das Tracheostoma gelangen.
  • Ein häufiger Fehler bei der Anwendung von Trachealkompressen ist die Auflage mit der richtigen Seite nach unten. Das hat meist zur Folge, dass sich Flüssigkeiten stauen, weil sie nur unzureichend von der Kompresse aufgenommen werden können. Als Resultat treten Reizung/Rötungen bis hin zu offenen Hautläsionen und Bildungen von Hypergranulationen am Tracheostoma auf.
  • In der Regel haben die meisten Trachealkompressen eine leicht glänzende Polythylen-Netz-Beschichtung auf der Haut zugewandten Seite der Kompresse. Diese soll ein Verkleben mit der Haut verhindern. Es gibt jedoch auch Hersteller, deren Produkte genau anders herum funktionieren und die zur Haut gewandte Seite ist mit kleinen blauen Fäden gekennzeichnet.
  • Im Zweifelsfall sollten sich die Pflegefachkräfte die beigefügten Produktbeschreibungen und Herstellerangeben durchlesen, um Klarheit zu haben, mit welcher Seite die Trachealkompresse angelegt werden muss.
  • Mit einem kleinen Test kann man schnell herausfinden, welche Seite oben und welche unten sein soll: Dazu einfach etwas Wasser auf eine Kompresse träufeln. Perlt die Flüssigkeit ab, handelt es sich um die Seite, die nicht auf die Haut gelegt werden sollte. Wichtig: Diese Kompresse sollte nicht mehr am Patienten verwendet werden!
  • Es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Trachealkompressen, wobei sich die Standardkompressen in ungeschlitzt, geschlitzt und/oder einfach und Doppelkammerkompressen (zweilagig) unterscheiden. Um eine antibakterielle Wirkung am Tracheostoma bzw. der Wundumgebung im Bereich der Kompresse zu erzielen, gibt es diese natürlich auch noch mit einer Silberbeschichtung.
  • Die Trachealkompresse sollte immer an das Aufkommen des Trachealsekrets angepasst sein. Also je mehr Sekret/Flüssigkeit vorhanden ist, desto mehr Flüssigkeit sollte die Trachealkompresse aufnehmen können und umso häufiger muss ein Wechsel stattfinden.
  • Das Ziel ist es, eine Staunässe direkt am Tracheostoma zu vermeiden, denn dies könnte Faktoren wie Infektion, Hypergranulation, Mazeration, Reizungen/Rötungen, Juckreiz und Schmerzen verursachen.

 

PU-Schaum in der Tracheostomaversorgung

Bei den PU-Schäumen im Bereich Tracheostomaversorgung gestaltet sich das Ganze etwas einfacher. Die Deckschicht ist hier meistens hautfarben und man erkennt mit bloßem Auge, welche Seite hier die saugende Rolle spielt, nämlich die weiße. Aber auch hier gibt es einen Hersteller, der mit einer Kartonschicht auf der einen Seite der Kompresse für Verwirrung sorgt. Dieser Karton dient einzig und allein der Stabilität der Kompresse und kann entfernt werden, wenn die Trachealkompresse sich besonders an die Gegebenheiten des Tracheostoma und Umgebung anpassen soll.

PU-Schäume sollten nur bei einer Indikation wie beispielsweise Hautläsionen im Wundumgebungsbereich des Tracheostoma eingesetzt werden. Bei Hypergranulationen wären sie hingegen eher kontraproduktiv, da sie ein feuchtes Wundmilieu aufrechterhalten. Des Weiteren können die PU-Schäume weniger Sekret/Flüssigkeit aufnehmen als z. B. eine zweilagige Trachealkompresse. Zum anderen sollte man den ökonomischen Aspekt mit in Betracht ziehen. PU-Schäume sind wesentlich teurer als normale und zweilagige Trachealkompressen.

Um Hypergranulationen am Tracheostoma in den Griff zu bekommen, sollten die Kompressen öfter gewechselt werden und zur Reinigung sollte ein Antiseptikum für Schleimhäute verwendet werden. Um die Hypergranulation möglichst schnell zu entfernen, können zudem auch in Absprache mit dem behandelnden Arzt antiseptische oder steroidhaltige Salben angewendet werden. Bei größeren Granulomen sollte der Patient dann doch dem HNO-Arzt bzw. Chirurgen vorgestellt werden, damit diese abgetragen werden.

 

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