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Tracheostomapflege – der richtige Umgang mit einem Tracheostoma

Erstellt von Sebastian Kruschwitz | | Fachwissen außerklinische Beatmung und Intensivpflege

Die Anzahl an Personen mit einem Tracheostoma nimmt auch in den ambulanten und stationären Versorgungsformen stetig zu. Neben dem korrekten Umgang mit der Trachealkanüle ist die pflegerische Versorgung des Tracheostoma eine wichtige Maßnahme bei diesen Pflegekunden und erfordert spezielles Fachwissen.

Tracheostoma und Tracheotomie – was ist das eigentlich?

Bei der Tracheotomie – auch Luftröhrenschnitt – handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem die Luftröhre nach außen geöffnet wird. Der so geschaffene Zugang zur Luftröhre wird als Tracheostoma bezeichnet. Die beiden häufigsten Arten sind:

Standardtracheotomie (Klassische (Plastische) Tracheotomie)

Der Arzt eröffnet die Luftröhre mit einem Querschnitt im oberen Drittel. Dazu entfernt er auch ein kleines Stück des Knorpels. In die so geschaffene Öffnung führt er eine Metall- oder Kunststoffkanüle ein, welche den geschaffenen Zugang offen hält. Damit sie nicht verrutscht, fixiert der Arzt die Kanüle abschließend mit Nähten oder einem Halsband.

Dilatative Tracheotomie (Perkutane Dilatationstracheotomie)

Beim dilatativen Luftröhrenschnitt sticht der Arzt die Haut ein und drängt diese Einstichstelle dann mit einer Schere stumpf auseinander, bis er auf die Luftröhre stößt. Diese punktiert er jetzt mit einer Nadel und führt einen Draht in die Luftröhre ein. Über diesen Draht schiebt er einen sogenannten Dilatator vor, mit dem die Öffnung aufdehnt und führt anschließend die Kanüle ein.

Ein solcher Eingriff erfolgt zum Beispiel bei Bedarf einer Langzeitbeatmung oder bei neurologischen Erkrankungen mit Störungen des Schluckreflexes. Bei Patienten mit einem Tracheostoma sind deshalb zusätzliche Pflegemaßnahmen erforderlich.

 

Ziele der Tracheostomapflege sollten dabei sein:
  • Hautschäden und Wundinfektionen zu vermeiden, die Haut intakt und reizlos zu halten
  • Dennoch entstandene Hautschäden und Wundinfektionen zu behandeln und zur Abheilung zu bringen
  • Druckschäden unter dem Kanülenschild und im Bereich des Haltebändchens vorzubeugen

Das Maß der Sterilität und die Häufigkeit der Tracheostomapflege geben immer wieder Anlass zu Diskussionen. Die Festlegung von einrichtunginternen Standards kann hier Abhilfe schaffen. Dennoch sollte stets eine individuelle Pflege stattfinden und an die Situation mit den entsprechenden Maßnahmen angepasst sein.

 

Der richtige Umgang mit einem Tracheostoma

Ein Tracheostoma ist direkt nach der Anlage als bedingt aseptische Wunde zu betrachten, d. h. ein Verbandwechsel muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Die Hygieneprinzipien, vor allem die Händedesinfektion, müssen konsequent eingehalten werden, da stets ein breites Keimspektrum vorliegen kann.

Außerdem besteht das Risiko, dass Keime von einem Betroffenen zum anderen getragen werden.

  • Keime, die in das Tracheostoma gelangen, haben nur einen kurzen Weg bis in die Lunge – Es besteht die Gefahr der Pneumonie.
  • Ein Tracheostomaverband wird einmal bis zu dreimal am Tag durchgeführt, auch um die Hautsituation zu beurteilen. In der Anfangsphase, bei starker Sekretion oder bei Hautkomplikationen muss er häufiger durchgeführt werden, nämlich immer dann, wenn die Trachealkompresse durchnässt ist.
  • Trachealkanülenhaltebändchen müssen nicht jeden Tag gewechselt werden, sollten aber bei sichtbaren Verschmutzungen erneuert werden.

 

Folgende Materialien werden für die Tracheostomapflege benötigt:
  • Abwurf
  • Händedesinfektionsmittel
  • Unsterile Handschuhe
  • Sterile Handschuhe (so genannte Absaughandschuhe)
  • Sterile Tupfer/Kompressen oder sterile Watteträger
  • Cuffdruckmesser bei Kanülen mit Cuff
  • Individuell ausgewählte Trachealkompresse
  • Waschlappen und Handtuch
  • Neues Kanülenhaltebändchen falls nötig.
  • Bei reizlosen Wundverhältnissen kann die Tracheostomaumgebung auch im Rahmen der allgemeinen Körperpflege mit pH-hautneutralen Pflegemitteln und lauwarmen Wasser erfolgen
  • Kochsalzlösung oder Stomapflegetücher/öl; bei Hautreizungen in der Wundumgebung können auch Wundspüllösungen eingesetzt werden. Hierbei sind die Einwirkzeiten derer zu beachten.
  • Bei Hautreizung und Mazeration: einen Acrylatfilm (Hautschutz), Wund- und Heilsalbe, z. B. Panthenol-Salbe
  • Bei Entzündungszeichen und bereits offenen Läsionen sollte ein Schleimhautdesinfektionsmittel, Octenisept®, oder antiseptisch wirkende Salben (müssen vom Arzt angeordnet werden) eingesetzt werden.
  • Zinkpaste oder Penaten-Creme sind nicht geeignet, da sie die Hautporen verschließen und die Hautatmung nicht mehr gewährleistet werden kann. Zudem führt eine spätere Entfernung der Rückstände zu erneuten Hautreizungen.

Nicht unerheblich bei der Tracheostomapflege ist zudem der richtige Umgang mit Trachealkompressen. Dieser wird in unserem nächsten Fachartikel thematisiert.

 

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Hautläsion von 3 bis 6 Uhr am Tracheostoma mit geröteter Wundumgebung © ZBI Gruppe
Hautläsion von 3 bis 6 Uhr am Tracheostoma mit geröteter Wundumgebung © ZBI Gruppe