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Das Bobath-Konzept » Therapie & Pflege

  • Erstellt von Florian Seybecke
  • Fachwissen außerklinische Beatmung und Intensivpflege

Das Bobath-Konzept ist ein weithin anerkannter Ansatz bei Menschen mit Lähmungen durch Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder einer Schädigung im Gehirn oder im Rückenmark. Das Konzept nach Bobath setzt sich zum Ziel, dass durch ständige Wiederholungen von Übungen und Muskeltonusregulation neue Verknüpfungen im Gehirn entstehen. Dieser Artikel bietet ausführliche Untersuchung des Bobath-Konzepts und geht dabei auf seine Ziele, Anwendung in der Therapie sowie aktuelle Trends ein.

Bobath-Konzept und -Therapie in der Pflege

Das Bobath-Konzept ist ein weithin anerkannter und einflussreicher Ansatz bei Menschen mit Lähmungen durch Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder einer Schädigung im Gehirn oder im Rückenmark. Das Bobath-Konzept wird vorrangig bei Menschen mit Schlaganfall angewendet. Die Therapie setzt sich zum Ziel, dass durch ständige Wiederholungen von Übungen und Muskeltonusregulation neue Verknüpfungen im Gehirn entstehen. Dieser Artikel bietet ausführliche Informationen des Bobath-Konzepts und geht dabei auf seine Ziele, Anwendung in der Therapie sowie aktuelle Trends ein. 

Inhaltsverzeichnis


Definition des Bobath-Konzeptes

Das Bobath-Konzept, benannt nach seinen Gründerinnen Berta Bobath und Dr. Karel Bobath, ist ein umfassender Pflege- und Therapieansatz bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems zur neurologischen Rehabilitation, der sich auf die individuelle Beurteilung und Behandlung von Personen mit motorischen Störungen konzentriert. Das Therapiekonzept basiert auf einer umfassenden Analyse der individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Patienten. Die Bobath-Therapie richtet sich zudem darauf aus, die größtmögliche Selbstständigkeit und Lebensqualität wiederherzustellen. Die Behandlung beinhaltet ständige Wiederholung von Bewegungsmuster, manuelle Therapie und die Förderung von Alltagsaktivitäten. Die Übungen helfen dabei, die Funktion des Nervensystems wiederherzustellen bzw. zu optimieren sowie die Mobilität der Patienten zu verbessern. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der das Zusammenspiel von Körper und Geist betont und die Rehabilitation und Förderung der Beweglichkeit nicht auf die Therapiesitzungen beschränkt (sog. 24-Stunden-Konzept).

Ziele des Bobath-Konzeptes

Die Ziele der Bobath-Methode sind vielfältig und jeweils auf die Bedürfnisse und individuellen Gegebenheiten der Betroffenen zugeschnitten. Grundsätzlich sollte eine Behandlung immer darauf abzielen, das Wohlbefinden des Patienten zu steigern. Beim Bobath-Konzept arbeiten verschiedene medizinische Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Ergotherapeuten Physiotherapeuten sowie Ärzte interdisziplinär zusammen.

Im Allgemeinen lassen sich jedoch folgende Hauptziele zusammenfassen:

  1. Verbesserung der motorischen Funktionen: Die Bobath-Therapie strebt an, die Bewegungsfähigkeit der Patienten deutlich zu steigern. Dies umfasst die Wiedererlangung von Muskelkontrolle, Koordination und Kraft. Durch gezielte Übungen und Therapieansätze werden neuronale Verbindungen im Gehirn angeregt, um Bewegungen präziser und effizienter auszuführen.
  2. Förderung der Selbstständigkeit: Ein zentrales Ziel des Bobath-Konzepts ist es, die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern. Dies beinhaltet das Erlernen oder Wiedererlernen von alltäglichen Aktivitäten, wie das eigenständige Ankleiden, Essen oder die persönliche Hygiene. Die Therapeuten helfen den Patienten dabei, wieder mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben zu erlangen.
  3. Schmerzlinderung: Durch gezielte Übungen und manuelle Therapieansätze kann das Therapiekonzept zur Reduzierung von Schmerzen beitragen, die durch neurologische Erkrankungen oder Verletzungen verursacht werden. Dies geschieht durch die Wiederherstellung des normalen Muskeltonus und die Verbesserung der Haltung.
  4. Verbesserung der Lebensqualität: Die Steigerung der Lebensqualität ist ein übergeordnetes Ziel des Bobath-Konzepts. Indem es den Patienten ermöglicht, mehr Kontrolle über ihre Bewegungen und ihre Umgebung zu erlangen, trägt es dazu bei, dass sie ein erfülltes und selbst bestimmtes Leben führen können.
  5. Förderung der sozialen Integration: Das Bobath-Konzept legt Wert darauf, die Betroffenen dabei zu unterstützen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und sozial aktiv zu sein. Durch die Verbesserung ihrer motorischen Fähigkeiten können sie leichter an sozialen Aktivitäten teilnehmen und Beziehungen pflegen.

Indikationen

Bobath-Übungen werden in der Regel angewendet, wenn Patienten neurologische Erkrankungen oder Verletzungen haben, die ihre Bewegungsfähigkeiten, Muskelkontrolle und Koordination beeinträchtigen. Zu den häufigsten Ursachen, die die Anwendung des Bobath-Konzepts rechtfertigen, gehören:

  1. Schlaganfall: Das Bobath-Konzept ist besonders effektiv bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten, da es hilft, motorische Funktionen, Gleichgewicht und Koordination wiederherzustellen.
  2. Hirnverletzungen: Menschen, die Hirnverletzungen erlitten haben, können von diesem Konzept profitieren, um verlorengegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen und sich an neue Lebensumstände anzupassen.
  3. Zerebrale Bewegungsstörungen: Dazu gehören neurologische Störungen wie zerebrale Parese (CP), bei denen das Bobath-Konzept dazu beiträgt, die motorischen Fähigkeiten und die Selbstständigkeit zu verbessern.
  4. Multiple Sklerose: Bei der Behandlung von Multipler Sklerose kann das Bobath-Konzept dazu beitragen, Symptome wie Muskelschwäche und Koordinationsprobleme zu lindern.
  5. Rückenmarksverletzungen: Menschen mit Rückenmarksverletzungen können von den gezielten Übungen und der Rehabilitation des Bobath-Konzepts profitieren.
  6. Neurologische Erkrankungen im Kindesalter: Es kann auch bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen wie Entwicklungsverzögerungen oder zerebralen Bewegungsstörungen angewendet werden, um ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern.

Funktionsweise des Bobath-Konzepts

Lagerung nach Bobath

Die richtige Lagerung unterstützt die Mobilität und verhindert Schwierigkeiten wie Druckgeschwüre. Dabei gibt es einige Unterschiede je nach Pflegeversorgungsform:

  • Krankenhäuser oder stationäre Pflegeeinrichtungen: In Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen werden die Grundsätze des Bobath-Konzepts bei der Lagerung angewendet, um die Motorik der Betroffenen zu unterstützen und Druckgeschwüre zu verhindern. Die Lagerung erfolgt oft in Zusammenarbeit mit speziell geschultem Pflegepersonal und Therapeuten, die die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten berücksichtigen.
  • Häusliche Pflege: In der häuslichen Pflege kann die Lagerung nach dem Bobath-Konzept ebenfalls Anwendung finden, insbesondere wenn der Patient zu Hause betreut wird. Angehörige oder Pflegekräfte können hierbei Schulungen erhalten, um die Lagerung gemäß den Grundsätzen des Konzepts durchzuführen. Möglicherweise muss die häusliche Umgebung angepasst werden, um die Lagerung sicher und effektiv zu gestalten.
  • Intensivpflege und Beatmung: In der Intensivpflege und bei beatmeten Patienten sind spezielle Lagerungstechniken entscheidend. Das Bobath-Konzept kann hierbei auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Betroffenen zugeschnitten werden. Besonderes Augenmerk wird auf die Lagerung in Betten oder auf spezielle Unterlagen gelegt, um Druckgeschwüre zu verhindern und die Atmung zu unterstützen.
  • Pflege von Kindern: Bei der Pflege von Kindern mit neurologischen Erkrankungen werden die Prinzipien des Bobath-Konzepts an das kindliche Alter und die Entwicklungsstufen angepasst. Die Lagerung erfolgt hierbei altersgerecht, um die motorischen Fähigkeiten und die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu unterstützen.

Unabhängig von der Pflegeversorgungsform ist die korrekte Lagerung nach dem Bobath-Konzept darauf ausgerichtet, die Bewegungsfreiheit zu fördern, die Muskulatur zu entspannen und eine optimale Körperhaltung zu gewährleisten. Dies ist entscheidend für die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und die Vermeidung gesundheitlicher Beschwerden, die bei immobilen Patienten auftreten können.

Mobilisation nach Bobath

Ein weiteres zentrales Ziel bei der Mobilisierung nach diesem Therapiekonzept ist die Förderung der Eigenständigkeit des Patienten. Dies beinhaltet nicht nur den Transfer, sondern auch die alltägliche Körperpflege. Die Pflegefachkräfte und Therapeuten arbeiten eng mit den Patienten zusammen, um deren Mobilität und Selbstständigkeit zu steigern. Dabei werden speziell auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Übungen und Techniken angewendet.

Die Mobilisierung kann je nach Pflegeumgebung variieren, sei es im Krankenhaus, zu Hause oder in der Intensivpflege. Dennoch bleiben die Prinzipien des Bobath-Konzepts, einschließlich des ganzheitlichen Ansatzes und der Sicherheit des Patienten, in allen Pflegeversorgungsformen relevant.

Übungen nach Bobath

Nach dem Bobath-Prinzip werden eine Vielzahl von Übungen angewendet, die darauf abzielen, die Bewegungsfähigkeiten, die Koordination und die Muskelkontrolle der Patienten zu verbessern. Hier sind einige Beispiele für Übungen, die im Rahmen des Bobath-Konzepts durchgeführt werden können:

  • Aktive Bewegungsübungen: Diese Übungen zielen darauf ab, dass der Patient seine Muskulatur aktiv bewegt. Beispielsweise können das Anheben eines Arms oder das Beugen der Beine solche Übungen sein. Dies fördert die Eigenständigkeit und die aktive Beteiligung des Patienten.
  • Passive Bewegungsübungen: Bei diesen Übungen führt der Therapeut oder die Pflegekraft die Bewegungen für den Patienten aus. Dies kann notwendig sein, wenn der Patient sich noch nicht in der Lage befindet, die Bewegungen selbst durchzuführen. Durch passive Bewegungen wird die Muskulatur gelockert und die Gelenke mobilisiert.
  • Gleichgewichtsübungen: Diese Übungen sollen das Gleichgewicht des Patienten verbessern. Dazu gehören beispielsweise das Stehen auf einem Bein oder das Sitzen auf einem Therapieball. Diese Übungen fördern die Stabilität und Sicherheit bei der Fortbewegung.
  • Koordinationsübungen: Das Bobath-Konzept legt großen Wert auf die Verbesserung der Koordination. Dies kann durch das Durchführen von Übungen erreicht werden, bei denen der Patient gezielte Bewegungen mit verschiedenen Körperteilen ausführt, um die Kontrolle über seine Motorik zu verbessern.
  • Alltagsnahe Übungen: Eine wichtige Komponente des Bobath-Konzepts sind Übungen, die alltagsnah sind. Dies kann das Ankleiden, das Essen oder das Aufstehen aus dem Bett sein. Das Ziel ist es, die Selbstständigkeit des Patienten in seinen täglichen Aktivitäten zu fördern.

 

Vorteile und Wirksamkeit der Bobath-Therapie (für den Patienten)

Verbesserungen der motorischen Funktion und Mobilität

Das Bobath-Konzept ist weithin anerkannt für seine Fähigkeit, die motorische Funktion und Mobilität bei Personen mit neurologischen Erkrankungen zu verbessern. Durch die Behandlung der zugrunde liegenden neurologischen Beeinträchtigungen und einen ganzheitlichen Ansatz hilft diese Therapie den Patienten, die Kontrolle über ihre Bewegungen zurückzugewinnen und zu lernen, ihren Körper effektiver zu nutzen. Durch spezielle Übungen arbeiten Therapeuten mit Patienten zusammen, um eine bessere Koordination, Balance und Kraft zu fördern. Dadurch können die motorischen Funktionen und die allgemeine Mobilität des Einzelnen verbessert werden, sodass er sich unabhängiger an alltäglichen Aktivitäten beteiligen kann.

Verbesserte Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und Lebensqualität

Eines der Hauptziele des Bobath-Konzepts besteht darin, Einzelpersonen dabei zu helfen, wieder in der Lage zu sein, Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) wie Baden, Anziehen und Essen auszuführen. Indem Therapeuten gezielt auf die für diese Aufgaben erforderlichen Fähigkeiten abzielen, unterstützen sie Patienten dabei, ihre Unabhängigkeit zurückzugewinnen und ihre allgemeine Lebensqualität zu verbessern. Dieser Ansatz erkennt an, wie wichtig es ist, den Einzelnen in die Lage zu versetzen, so unabhängig wie möglich zu agieren und ihn in die Lage zu versetzen, an sinnvollen Aktivitäten teilzunehmen und sich in seiner Gemeinschaft zu engagieren.

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Dauer einer Bobath-Therapie

Die Dauer einer Bobath-Therapie kann von Fall zu Fall variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Gesundheitszustands des Patienten, der Art und Schwere der neurologischen Erkrankung, den individuellen Zielen und Bedürfnissen des Patienten sowie den verfügbaren Ressourcen. Im Allgemeinen kann die Dauer einer Bobath-Therapie wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Akute Phase: In der akuten Phase nach einem Schlaganfall oder einer neurologischen Verletzung kann die Bobath-Therapie täglich oder mehrmals pro Woche stattfinden. Das Hauptziel besteht darin, lebenswichtige Funktionen zu stabilisieren und den Patienten auf die Rehabilitationsphase vorzubereiten.
  2. Rehabilitationsphase: In der Rehabilitation kann die Bobath-Therapie über mehrere Wochen oder Monate hinweg fortgesetzt werden. Die Therapiedauer und -häufigkeit wird an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten angepasst. In dieser Phase steht die Wiederherstellung motorischer Fähigkeiten und die Verbesserung der Selbstständigkeit im Vordergrund.
  3. Langzeitpflege und Erhaltung: Bei einigen Patienten kann die Bobath-Therapie langfristig in Form von regelmäßigen Sitzungen fortgesetzt werden, um die erreichten Fortschritte aufrechtzuerhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Dies kann insbesondere bei chronischen neurologischen Erkrankungen oder langfristiger Pflege erforderlich sein.
  4. Individuelle Anpassung: Die Dauer der Bobath-Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse jedes Patienten abgestimmt. Therapeuten und Ärzte arbeiten eng mit den Patienten und seinen Angehörigen zusammen, um die optimale Therapiedauer festzulegen und sicherzustellen, dass die Therapieziele erreicht werden.

Aktuelle Trends und Entwicklungen des Bobath-Konzeptes

Integration von Technologie in die Bobath-Therapie

Mit den Fortschritten in der Technologie entwickelt sich auch das Bobath-Konzept weiter, um innovative Werkzeuge und Geräte in Therapiesitzungen zu integrieren. Virtuelle Realität, Robotik und andere Technologien werden in Behandlungsprogramme integriert, um den Rehabilitationsprozess zu verbessern und Patienten auf neue und aufregende Weise einzubeziehen. Diese technologischen Fortschritte haben das Potenzial, die Neurorehabilitation zu revolutionieren und die Möglichkeiten des Bobath-Konzepts zu erweitern.

Fortschritte in Forschung und evidenzbasierter Praxis

In der Bobath-Gemeinschaft liegt der Schwerpunkt zunehmend auf Forschung und evidenzbasierter Praxis. Forscher führen Studien durch, um die zugrunde liegenden Mechanismen des Bobath-Konzepts besser zu verstehen und belastbarere Beweise für seine Wirksamkeit zu sammeln. Diese Fortschritte in der Forschung tragen zum wachsenden Wissensschatz rund um die neurologische Rehabilitation bei und bilden die Grundlage für weitere Weiterentwicklungen und Verfeinerungen des Bobath-Ansatzes.

Weltweite Akzeptanz und Anerkennung des Bobath-Konzepts

Das Bobath-Konzept erfreut sich weltweit zunehmender Anerkennung als wertvoller Ansatz in der Neurorehabilitation. Therapeuten aus verschiedenen Ländern übernehmen diesen Ansatz, setzen ihn um und tragen so zu seiner weltweiten Akzeptanz bei. Es werden internationale Kooperationen und Netzwerke aufgebaut, um den Wissensaustausch zu erleichtern und höchste Versorgungsstandards für Menschen mit neurologischen Erkrankungen sicherzustellen. Diese weltweite Anerkennung ist ein Beweis für die Wirkung und das Potenzial des Bobath-Konzepts.


FAQ

Was ist das Bobath-Konzept?

Das Bobath-Konzept ist eine umfassende Therapie, die zur Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Nervensystems entwickelt wurde. Das Bobath-Konzept basiert auf der Idee, dass das Gehirn plastisch ist und die Fähigkeit zur Regeneration und Neuanpassung besitzt (Neuroplastizität). In der Bobath-Therapie werden gezielte und wiederholende Übungen und Techniken eingesetzt, um die motorische Kontrolle, Muskelkoordination und Selbstständigkeit der Patienten zu fördern. Es wird häufig bei Schlaganfallpatienten, Menschen mit zerebraler Parese und anderen neurologischen Erkrankungen auftreten, um ihre Lebensqualität zu verbessern und ihre motorischen Fähigkeiten wiederherzustellen. Das Bobath-Konzept betont die Individualität und den ganzheitlichen Ansatz in der Therapie, um die bestmöglichen Ergebnisse für die Patienten zu erzielen.

Wer kann vom Bobath-Konzept profitieren?

Das Bobath-Konzept ist in erster Linie für Personen mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Zerebralparese, Multipler Sklerose und traumatischer Hirnverletzung (z.B. Wachkoma) konzipiert. Es kann jedoch auch für Personen mit anderen Bewegungsstörungen oder motorischen Beeinträchtigungen von Vorteil sein.

Wie lange dauert es, bis sich mit dem Bobath-Konzept Ergebnisse zeigen?

Der Zeitrahmen, in dem mit dem Bobath-Konzept Ergebnisse erzielt werden, kann abhängig von verschiedenen Faktoren variieren, darunter der Schwere der Erkrankung des Einzelnen, seinem Engagement für die Therapie und den spezifischen angestrebten Zielen. Im Allgemeinen lassen sich bei konsequenter Therapie über Wochen oder Monate hinweg Verbesserungen beobachten, mit kontinuierlicher Übung und Unterstützung können jedoch auch weiterhin langfristige Vorteile und Fortschritte erzielt werden.

Ist das Bobath-Konzept für alle Altersgruppen geeignet?

Ja, das Bobath-Konzept kann für Personen aller Altersgruppen genutzt werden, vom Säugling bis zum älteren Erwachsenen. Die therapeutischen Prinzipien und Techniken können an die spezifischen Bedürfnisse und Entwicklungsstadien jedes Einzelnen angepasst werden, um sicherzustellen, dass die Therapie für den Menschen über die gesamte Lebensspanne hinweg angemessen und wirksam ist.

Gibt es alternative Ansätze zum Bobath-Konzept?

Ja, es gibt neben dem Bobath-Konzept alternative Ansätze zur neurologischen Rehabilitation. Zu diesen Ansätzen gehören die Constraint-Induced Movement Therapy (CIMT), die funktionelle Elektrostimulation (FES) und die Feldenkrais-Methode. Jeder Ansatz hat seine eigenen einzigartigen Prinzipien und Techniken, und die Wahl der Therapie kann von den spezifischen Zielen und Vorlieben des Einzelnen sowie dem Fachwissen der beteiligten medizinischen Fachkräfte abhängen.

 


Florian Seybecke ist Fachbereichsleiter für die neurologische Langzeitrehabilitation in der ZBI Gruppe. Vor seinem Studium zum Bachelor of Science Pflege, mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, wissenschaftliches Arbeiten sowie Care und Case Management, schloss er die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger erfolgreich ab. Der Pflegeexperte für Menschen im Wachkoma und MCS gibt zudem auch als Dozent sein Wissen weiter.


 

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Titelbild: © Leo (Bildnummer: 625317345) | stock.adobe.com

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